Radfahren in Svetvinčenat: Renaissance auf zwei Rädern

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Radfahren in Svetvinčenat: Renaissance auf zwei Rädern

Radfahren in Svetvinčenat

Burgen, Eichenwälder, Meerblick und viel Geschichte: Beim Radfahren in Svetvinčenat gibt es mehr zu entdecken als die Landschaft.

Schon seit der Urgeschichte vor etwa zwei Millionen Jahren war die istrische Halbinsel ein begehrter Siedlungsplatz. Viele Völker haben hier seit dieser Zeit ihre Spuren hinterlassen. Römer, Langobarden, Franken, Osmanen und Sarazenen sind nur ein paar davon. Die bekanntesten heute noch existierenden Zeugen der Vergangenheit stammen von den Römern, Venezianern und Habsburgern. Die Renaissance hat in Istrien durch die Venezianer Einzug gehalten. Überall stößt man deshalb auf venezianische Palazzi und auf den berühmten Markuslöwen. Auch diese Radrundtour namens „Renaissance auf zwei Rädern“ mit rund 30 Kilometern im Zentrum des südlichen Istrien führt Genussradfahrer durch Dörfer mit italienischem Flair.

Unwirkliches Istrien Radfahren in Svetvinčenat

Kaum zu übersehen ist das riesige Kaštel Morosini-Grimani in Svetvinčenat, dem Ausgangs- und Endpunkt dieser Radtour. Die mächtige Festung wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut, hat sich aber mit jedem neuen Besitzer verändert. Der heutige Name stammt von den venezianischen Patrizierfamilien Morosini und Grimani. Marino Grimani ließ das im 16. Jahrhundert fast vollkommen abgebrannte Kastell wieder aufbauen und im Renaissance-Stil verschönern. Dank ihm gehört das Kaštel Morosini-Grimani zu den bekanntesten Renaissance-Bauten in Istrien.

Das 2.000-Seelen Dorf Svetvinčenat ist aber auch bekannt für kulturelle Veranstaltungen, die vor allem in den Sommermonaten stattfinden, wie das Ethno-Jazz Festival jeden Juli und das Internationale Tanzfestival mit non-verbalem Theater jeden Juli. Beim jährlichen Fest Ivanje am 24. Juni werden übrigens die schönste Gans, die lieblichste Gans und Mister Gans von Istrien gekürt. In Svetvinčenat gibt es ein paar hervorragende Restaurants, wo man sich vor oder nach der Radtour mit istrischen Spezialitäten verwöhnen lassen kann.

Abkühlung unterwegs

Vom Kaštel Morosini-Grimani geht es erst einmal gemütlich bergab stadtauswärts Richtung Süden. Am Ende der Straße quert man die Hauptstraße nach Westen Richtung Krančići. Kurz vor der Feriensiedlung Krančići führt rechts eine Straße zum mittelalterlichen Themenpark Park Sanc. Michael, der vor allem für Familien mit Kindern sehr spannend ist. Nach Krančići quert man gleich neben dem kleinen Bahnhäuschen eine Bahnstrecke. Von hier fahren regelmäßig Züge bis an die Küste und ins istrische Hinterland. Die Route, die wenige hundert Meter nach dem Bahnhof in eine Schotterstraße übergeht, schlängelt sich bis zu den modernen Ferienvillen des Dorfes Čabrunići immer parallel zur Bahnstrecke durch die Landschaft. Mediterrane Büsche und tiefe Dolinen prägen das Bild. In den Dolinen bilden sich manchmal kleine Teiche, die sich auch zum Schwimmen eignen. Das macht das Radfahren in Svetvinčenat so abwechslungsreich.

Durch Eichenwälder: Radfahren in Svetvinčenat

Erst kurz vor Čabrunići ist die Straße wieder asphaltiert. Bei Cukrići biegt man gleich bei der ersten Möglichkeit links ab, überquert wieder die Bahngleise und erreicht kurz darauf die beliebte Einkaufsstadt Juršići. Bekannt ist hier auch die Kirche des Heiligen Franziskus, die jedes Jahr am 4. Oktober zum Schauplatz des Franziskusfestes wird. Gleich nebenan befindet sich das ehemalige Karmelitinnenkloster, wo sich heute eine der bekanntesten Restaurierungswerkstätten für Gemälde auf Leinwand und vergoldete Skulpturen in Istrien befindet. Über Schotterwege, die an einer scheinbar verlassenen kleinen Marienkapelle vorbeiführen, gelangt man nach Boškari nördlich von Juršići. Weitere Siedlungen Richtung Norden sind Režanci und Bokordići. Kurz vor Foli verwandelt sich die Landschaft in einen Eichenwald. Bei Foli macht die Straße einen Schwenker Richtung Westen. Die letzte Ortschaft vor dem Ausgangspunkt in Svetvinčenat ist die Feriensiedlung Bričanci.

Was gibt es zu beachten?

Der Großteil der Strecke besteht aus kleinen bis mittelgroßen Schottersteinen und ist deshalb nicht für Rennfahrräder geeignet. Von Svetvinčenat bis nach Čabrunići geht es etwa 200 Höhenmeter vorwiegend bergab. Danach wird es leicht hügelig. Bis zum Ausgangspunkt zurück sind dann etwa 300 Höhenmeter zu überwinden. Die Steigungen sind aber nicht spektakulär und auch für nicht-motorisierte Fahrradfahrer leicht zu bewältigen. Die Route ist vor allem landschaftlich sehr spannend. Bei manchen Abschnitten hat man das Gefühl, man ist alleine auf der Welt. In den Feriensiedlungen gibt es genügend Restaurants und auch Einkaufsgeschäfte.

Weitere Highlights:

Bilder: Adobe Stock

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